St. Romaus Hahausen
Im Pfarrverband St. Trinitatis Neiletal

Triftweg 8,
38729 Hahausen
Telefon: 05383 / 261



Der Neilebote
Mitteilungsblatt des ev.-luth.
Pfarrverbandes St. Trinitatis Neiletal
St. Georg zu Lutter am Bbge.,
St. Romanus Hahausen,
St. Johannes Nauen.

 

 

 

 

Liebe Leserinnen und Leser des Neileboten,
liebe Gemeinde!


Bald ist Ostern und wir feiern die Auferstehung unseres Herrn und Bruders Jesus Christus.

Das klingt unglaublich und es ist auch im wahrsten Sinne des Wortes unglaublich, was damals geschehen ist.

Und trotz (oder gerade wegen) seiner Unglaublichkeit wirkt dieses Geschehen bis in unsere Zeit hinein.

Gott ist Mensch geworden und ist am Kreuz gestorben und am dritten Tage wieder auferstanden.

Bevor wir Ostern feiern, begehen wir die Passionszeit. Viele Menschen nehmen sich in den 40 Tagen vor Ostern etwas Besonderes vor oder verzichten auf etwas. Das nennen wir dann Fasten.

Am Anfang des Matthäus-Evangeliums (also noch lange vor dem Passionsbericht) steht dort im 4. Kapitel:

1 Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat herzu und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. Er aber antwortete und sprach:
Es steht geschrieben: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht".

Auch ich suche mir jedes Jahr etwas, auf das ich während der 40 Tage vor Ostern verzichte. In manchen Jahren fällt es leicht, in manchen Jahren fällt es schwerer und wenn ich durchgehalten habe, dann bin ich auch ein bisschen stolz.
Viel wichtiger aber als das verbissene Kämpfen bis zum Schluss und das ständige Prüfen, ob Dieses oder Jenes nun in den 40 Tagen vor Ostern erlaubt ist oder verboten bleibt, ist die Erkenntnis, dass der Mensch nicht nur vom Brot allein lebt, sondern durch das Wort Gottes.

Ja, auch die Fastenzeit mit einem harten Verzicht kann eine schöne Zeit sein, wenn man sich vor Augen hält, warum man verzichtet und sich dadurch vielleicht sogar ein kleines bisschen näher zu Gott gerückt fühlt.

Denn genauso wenig wie der Mensch vom Brot allein lebt, so wenig lebt er vom guten Wein oder für den guten Wein allein. Genauso wenig wie der Mensch vom Brot allein lebt, so wenig lebt er für Süßigkeiten oder von Süßigkeiten allein. Genauso wenig wie der
Mensch vom Brot allein lebt, so wenig lebt er vom Lästern oder für das Lästern allein.

Es gibt viele schöne Sachen, die wir in der Fastenzeit ausprobieren können und viele lästige Dinge, auf die wir in der Fastenzeit verzichten können und das Schöne ist, wir können auch nach
Aschermittwoch noch einsteigen, also jetzt.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Passionszeit und freue mich darauf, Ihnen schon bald frohe Ostern zu wünschen.

Gott segne Sie,

Ihre Pfarrerin Johanna Bernstengel.