St. Romaus Hahausen
Im Pfarrverband St. Trinitatis Neiletal

Triftweg 8,
38729 Hahausen
Telefon: 05383 / 261



Der Neilebote
Mitteilungsblatt
der ev.-luth. Kirchengemeinden im Neiletal,
St. Georg zu Lutter am Bbge.,
St. Romanus Hahausen,
St. Johannes Nauen.

 

Liebe Leserin, lieber Leser,
„Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit!“ So steht es im Buch des Propheten Jesaja im 45. Kapitel. Ich klappe die Bibel zu und schaue nach draußen. Die letzten Tage hat es fast ununterbrochen geregnet. Gestern beim Laufen musste ich ständig darauf Acht geben, nicht in eine Pfütze zu treten. Doch egal was man macht, immer kommt man mit nassen Füßen nach Hause. Und auch heute fallen noch immer kleine Tropfen in den Pfarrgarten.

„Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit!“

Vor Kurzem haben wir Gottesdienst im Kindergarten in Hahausen gefeiert. Thema war die Geschichte von Noah und seiner Arche. Gott lässt es regnen, um einer bösen Gesellschaft ein Ende zu setzen. Doch nicht alles wird in den Fluten untergehen. Noah bleibt verschont und bestaunt den Regenbogen als Zeichen für Gottes Versprechen, Mensch und Tier nicht wieder zu vernichten.

Der Regen hat eine zerstörerische Kraft. Das ist bei der Naturkatastrophe im Süüwesten Deutschlands gerade erst wieder deutlich geworden. Auf der anderen Seite macht der Regen das Leben überhaupt erst möglich.

 „All das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen; denn Gott der Herr hatte noch nicht regnen lassen auf Erden.“ Auf dem Erdboden wächst nichts.

Alles tote Landschaft. Erst mit der aufsteigenden Feuchtigkeit beginnen die Pflanzen zu sprießen. So lesen wir es in der Paradieserzählung im 1. Buch Mose im 2. Kapitel.
Wir merken: das Alte Testament berichtet von einem Gott, der Herr über das Wetter ist. Er lässt es regnen, um zu zerstören. Er lässt es regnen, um Leben zu ermöglichen. Im alten Israel wurde der Gott JHWH als Wettergott verehrt. Die Menschen waren auf die Landwirtschaft angewiesen und so versuchten sie, mit Gott in Kontakt zu treten, damit er das Wetter zu ihren Gunsten beeinflusst. Heute wissen wir, wie Wetterphänomene zustande kommen und dass sie keine Strafe Gottes sind. Und doch sind auch wir heute noch immer auf das richtige Verhältnis von Sonne und Regen
angewiesen.

Am Erntedankfest wird uns immer wieder bewusst, dass unser Nahrungsüberfluss nicht selbstverständlich ist. Mit dem Erntedankfest soll in Dankbarkeit an den Ertrag in Landwirtschaft und Gärten erinnert werden - und auch daran, dass es nicht allein in unserer Hand liegt, über ausreichend Nahrung zu verfügen. Und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen und euch ein ertragreiches und buntes Erntedankfest.

Sebastian Schmidt