St. Romaus Hahausen
Im Pfarrverband St. Trinitatis Neiletal

Triftweg 8,
38729 Hahausen
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Der Neilebote
Mitteilungsblatt des ev.-luth.
Pfarrverbandes St. Trinitatis Neiletal
St. Georg zu Lutter am Bbge.,
St. Romanus Hahausen,
St. Johannes Nauen.

 

 

 

 

"Lass ab vom Bösen und tu Gutes! Suche Frieden und jage ihm nach"! Psalm 34,34.

Liebe Leserinnen und Leser des Neileboten,
diesen Bibelvers las   Pfarrer Harald Merz am 23. März 2003 in der Braunschweiger Johanniskirche vor und ich war überglücklich. Wenige Augenblicke zuvor hatte er mich getauft. Ich war 19 Jahre alt und stand kurz vor dem Abitur.  Eine weite Zukunft lag vor mir und ich war ein wenig ratlos, was ich mit so viel Zukunft anstellen soll. Ganz egal, was die Zukunft bietet, ob sie gut wird oder eine totale Katastrophe, ich wollte mich immer unter Gottes Schutz wissen und deswegen wollte ich getauft werden.

Ich sollte mir einen Taufspruch aussuchen.

Ich war damals viel auf Demonstrationen gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und für Frieden unterwegs und kaufte keine Produkte von bestimmten Firmen.


Heute weiß ich, dass die Ansichten vieler Friedensdemonstranten naiv sind und auch wenn ich Auslandseinsätze der Bundeswehr zum großen Teil kritisch
betrachte, so kann ich nicht sagen, dass ich es grundsätzlich ablehne, dass  deutsche Soldaten im Ausland eingesetzt werden und wenn ich ehrlich bin, fiel mir der Boykott vieler Marken auch deswegen so leicht, weil ich als Schülerin kaum Geld hatte, das ich selbst ausgeben konnte.

Heute verfüge ich zum Glück über eigenes Geld. Produkte einer bestimmten Marke kaufe ich immer noch nicht und bin dabei sehr konsequent, andere Produkte vermeide ich bis zu der Stelle, ab der es unbequem wird...  und ganz gleich, ob mein Boykott konsequent ist oder nur halbherzig durchgezogen wird, so weiß ich, dass mein Boykott allein die Welt nicht retten wird.
Aber ich kann halt auch nicht anders, als zu versuchen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen und damit meine ich nicht nur die Welt im Neiletal. Hunger und Migration auf anderen Teilen der Erde haben viel mit unserem Verhalten hier in Europa zu tun. Und das bringt mich zurück zum oben genannten Bibelvers:

Was können wir för den Frieden tun?


Was können wir tun für den Frieden in der Welt und für den Frieden im Neiletal?
Ich möchte jetzt nicht, dass Sie sich    fragen, was Sie alles verbockt haben; wo Sie egoistisch waren; wo Sie gelästert und gestichelt haben (zu allem könnte ich Ihnen mindestens ein Beispiel nennen, bei dem mein Verhalten nicht friedensfördernd war), sondern ich frage Sie: Wo können Sie Frieden schaffen?

Das ist nicht immer leicht, manchmal ist es sogar richtig schwer und zu glauben, dass wir Neiletaler den Weltfrieden schaffen könnten, ist einfach nur naiv. Wir können aber sehr wohl etwas dafür tun, dass die Welt wenigstens ein kleines bisschen besser wird.

Am Frieden im Neiletal hingegen haben wir (und zwar genau wir) den größ:ten Anteil!

Ich habe mir dieses Jahr vorgenommen, Lästerern kein Futter zu geben, sondern charmant das Thema zu wechseln, wenn in meiner Gegenwart über jemanden hergezogen wird. Wenn Sie mich also im Jahr 2019 dabei erwischen sollten, wie ich schlecht über einen Menschen rede, dann weisen Sie mich bitte auf meinen Taufspruch hin: „Lass ab vom Bösen und tu Gutes. Suche Frieden und jage ihm nach!“ Der Taufspruch ist nämlich auch die Jahreslosung für das Jahr 2019.

Ich freue mich auf ein 2019 mit Ihnen!
Herzlich,
Ihre und eureJohanna Bernstengel.